Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Gundolf Schreiber

Der Träger des Bundesverdienstkreuzes, Gundolf Schreiber, zusammen mit seiner Frau Brigitte, Bürgermeister Klaus Becker, Heinz Gärtner, Ottmar Niemann, vielen Kameraden und den Enkelkindern.

(pb) Gundolf Schreiber, Ehrenortsbrandmeister der Dorster Ortswehr, durfte  in Anerkennung seiner Verdienste für das Feuerwehrwesen und seinen noch immer währenden Einsatz für den Nächsten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland entgegennehmen. Dies vollzog in einer kleinen Feierstunde, zu der  Freunde und Verwandte ins Gerätehaus der Dorster Ortswehr  geladen waren, Osterodes Bürgermeister Klaus Becker. In seiner Laudatio wies er darauf hin, dass ein Teil dieses Ordens aber auch an das Revers von Brigitte Schreiber gehört.

Bevor er auf das Warum zu sprechen kam, betonte Becker, dass der Hauptgrund dieser Verleihung Schreibers langjähriges Engagement im Feuerwehrwesen ist, der bereits 1968  in die Dorster Wehr eintrat. Auch wenn er erst 1993 zum Ortsbrandmeister ernannt wurde, setzte er schon als Stellvertreter trotz des Widerstandes einiger Kameraden 1992 die Gründung einer Frauengruppe durch. Allein dieser Schritt war beachtenswert und ist heute ein fester Bestandteil vieler Nachbarwehren. Im Jahr 2002 gründete Gundolf Schreiber aber auch die Jugendwehr. Damit habe er weit vorausschauend gehandelt und für einen fortwährenden Unterbau der Dorster Wehr gesorgt.

Schreiber sei es aber nicht „nur” ihm um die Sache des Feuerwehrwesens gegangen, auch das Interesse des Dorfes oder anderer Gruppen sorgten für sein Engagement zum Wohle der Gemeinschaft. „Das alles funktioniert aber bloß, wenn man eine Frau hat, die das zulässt, und Brigitte steht immer hinter dir. Wenn die Familie nicht mitspielt geht gar nichts”, so Becker weiter.

Auf die Geschicke bei der Dorste Wehr weiter eingehend, erinnerte Becker daran, dass der zu Ehrende beispielsweise bei der Beschaffung einen Mannschaftstransportwagen im Jahr 2004  ganz zur Freude von Verwaltung und Rat der Stadt Osterode geschickte Preisverhandlungen geführt hat. Durch hartnäckige Verhandlungen mit Stadt habe er es auch geschafft, dass in einer Zeit, wo die Stadt den Gürtel sehr eng schnüren musste, ein vollwertiges Staffellöschfahrzeug mit Wassertank im Jahr 2008 beschafft wurde.

Hartnäckig und beharrlich habe Schreiber noch einmal die Türen der Verwaltung eingerannt, als es um den Erweiterungsbau des Gerätehauses der Dorster Wehr ging.  Am Ende übernahm die Stadt die Kosten und Schreiber sammelte Kameraden mit handwerklichem Geschick um sich, um das Vorhaben zu realisiert. Spatenstich war im Jahr 2007 und im Herbst 2008 die Einweihung.  Dabei sei er immer Motor und Motivator dieses Projektes gewesen. „Es war eine richtige Großbaustelle, und ohne ihn würde das Haus so nicht stehen”, lobte Klaus Becker dieses Wirken.

Dass Schreibers Engagement für die Feuerwehr eine ganz besondere Nummer war und ist, ist allein daran zu sehen, dass er 1995 das Deutsche Feuerwehr Ehrenkreuz in Silber und 2011 vom Kreisfeuerwehrverband die Ehrennadel in Gold verliehen bekam und, nachdem er sein Amt in die Hände von Maik Sindram legte, 2011 zum Ehrenortsbrandmeister ernannt wurde.

Aber in Dorste habe es noch viele andere Projekte mit seinem besonderen Organisationgeschick unterstützt, ob das nun die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses oder die Errichtung des Heimes des TSC Dorste waren, irgendwo und irgendwie war er immer dabei.

Ganz besonders freue ihn allerdings, so Becker, dass Schreiber sich auf Feuerwehrebene schon immer stark für die Partnerschaft mit Ostróda/Polen macht.
Dann überreichte er „In Anerkennung um Werk  und Stärke die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit dem Wunsch  „Bleib so aktiv, und setzt dich noch nicht zur Ruhe”.

Ortsbürgermeisterin Helga Klages versicherte, dass die ganze Ortschaft Dorste  stolz sein kann, einen so engagiert Mitbürger zu haben. Auch sie brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass man auch weiterhin auf seine Hilfe zurückgreifen kann
Die nette Begegnung mit der Ostróda Wehr habe sie noch sehr gut in Erinnerungen und sie sei richtig froh, dass die Dorster  Wehr internationale Kommunikation angefangen hat und diese aufrecht hält. Genau das sei noch ein Grund mehr, stolz auf Gundolf Schreiber zu sein. Auch sie würdigte dessen starke Frau Brigitte im Hintergrund und überreichte ihr ein blumiges Dankeschön, welches allerdings nicht in eine Vase gehört.

Ortsbrandmeister Maik Sindram versicherte, dass die Freiwillige Feuerwehr Dorste mächtig stolz darüber ist, einen  Kameraden  mit einer so herausragenden Auszeichnung in ihren Reihen zu haben. „Ehre wem Ehre gebührt, du bist ein Mann der nicht gerne Danke hört, sondern für den Hilfe selbstverständlich ist”.
Gundolf Schreiber bedankte sich eingangs dafür, so viele Freunde, wie beispielswiese den Bezirksbrandmeister a. D. Ottmar Niemann und seinen langjährigen Weggefährten Heinz Gärtner (der übrigens den Antrag ins Rollen brachte, Anm. der Red.) begrüßen zu können. Als  er den Brief von der Staatskanzlei Hannover bekam, habe er sich spontan gefragt, was er „verbrochen” habe. Nach dem Öffnen stand für ihn fest, dass er diese Auszeichnung nur für die vielen Jahre des Mitwirkens in der Dorster Wehr zu tun haben könnte.

Er erinnerte auch daran, dass er 1973 von dem damaligen Kommando beauftragt wurde, eine neue Wettkampfgruppe zusammen zu stellen, der heute noch Arndt Jäger, ein Mann der ersten Stunde, angehört. Als Gruppenführer wurde er dann ins Kommando übernommen, wo er 1989 das Amt des stellvertretenden Ortsrandmeisters antrat.

Er dankte sich abschließend bei seinen Kindern, seinem Schwiegersohn und bei seinen beiden Enkelkindern sowie insbesondere bei seiner Frau Brigitte, die ihm immer zur Seite gestanden und unterstützt hat. „Ohne ihre Hilfe hätte ich das nicht alles bewältigen können”. Aber auch den Kameradinnen und Kameraden gebührte sein Dank.

Quelle: Eseltreiber